Letzte Änderung: 31.03.2012

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Ein Beispiel dafür, dass Referate nicht stinklangweilig sein müssen.

 

 Die Geschichte des Zuckers

In Anbetracht dessen, daß Zucker vollkommen unnütz für den Organismus ist und den Konsumenten lediglich süchtig macht, ist es erstaunlich, wieviel Wirbel diese mickrigen weißen Körnchen im Laufe der Geschichte verursachten.
Von 1690 bis 1790 wurden 12 Mio. Tonnen Zucker nach Europa importiert und es kostete etwa genauso vielen Menschen das Leben. Man sagte dem Zuckerrohr magische Eigenschaften nach, da es, wenn es irgendwo an Land gespült wurde, sofort aufblühte und gedieh. Sogar eine aphrodisierende Wirkung wurde ihm nachgesagt.
Erstmals wurde Zucker 700 v Chr. in Indien raffiniert (aha!) und wurde von dort aus dann in ganz China eingeführt. Im Laufe der nächsten 2000 Jahre zog der Zuckerboom mit wachsender Popularität gen Westen, doch zunächst war der Erfolg eher kläglich, da die Zuckerpreise so überhöht waren, daß es unmöglich war, den Zucker in die alltäglichen Eßgewohnheiten zu integrieren. Außerdem lebten die europäischen Zeitgenossen frei nach der These: "Candy’s Dandy but liquor’s quicker" (Sinngemäß: Süßigkeiten sind schick, aber mit Schnaps geht's schneller ).
Im Mittelalter wurde der Zucker im erstmals im Mittelmeerraum bekannt und wurde von dort aus nach Mittel - und Nordeuropa gebracht. Nach dem Tode Mohammeds im Jahre 632 wurde der Zucker auch im Orient bekannt und gleichzeitig dominierte Venedig den Zuckerhandel in der damals bekannten Welt. Auch die Medizin machte sich den Geschmack des Zuckers zunutze, um die abscheulichen Mixturen von Heilkräutern, Innereien und anderen Substanzen der mittelalterlichen Pharmakologie genießbar zu machen. Der Zucker zog die Menschheit immer mehr in seinen Bann und trat seinen Siegeszug auf Madeira an, wo er 1432 erstmals von den Portugiesen raffiniert wurde. Fünfzig Jahre später wurde mit der Zuckerproduktion in der Karibik begonnen, die zuvor in spanischen und portugiesischen Besitz übergegangen war. Da es für viele nicht sehr verlockend erschien, sich dort anzusiedeln, wurden Landschenkungen vorgenommen, um den Europäern das Leben in Übersee schmackhafter zu machen. Da viele nur in die Karibik gingen, um mit wenig Arbeit an das schnelle Geld zu gelangen, versuchten sie, die Einheimischen zu versklaven, was zu dieser Zeit durchaus üblich war. Die wenigen Einheimischen aber, die den Ansturm der Siedler überlebt hatten, versteckten sich in den Bergen oder aßen doch tatsächlich die Spanier einfach auf. In dem heutigen Haiti wurden um 1520 zwei Grundbesitzer von Kariben aufgegessen. Da sich die Einheimischen offensichtlich als untauglich für die Sklaverei erwiesen, begann man Afrikaner als Sklaven zu importieren. Somit begann der transatlantische Sklavenhandel. Die Karibik wurde zur Zuckerhochburg.

Um 1550 etablierte sich der Zucker zum meistgehandelten Lebensmittel der Welt. Alle Zuckerkolonien waren von dem Zuckerboom der Weißen beherrscht. Um die Produktion zu steigen" wurde in Monokulturen angebaut" was schon nach kurzer Zeit verheerende Schäden anrichtete" da der Boden und die Vegetation zerstört wurden.

Bis 1750 war es in Europa nicht möglich Zucker anzubauen, aber Mitte des 18. Jh. entdeckte Andreas Sigismund Marggrafs den hohen Zuckergehalt in Möhren und Rüben. Das war noch keine besondere Leistung, da jedes Kind wußte, daß Möhren bei längerem Kauen süßlich schmecken, aber er war der erste, dem es gelang, den Zucker zu isolieren.
Diese Entdeckung war eine Wende in der Geschichte des Zuckers. Nun konnte auch in Europa Zucker gewonnen werden. 1801 weihte Wilhelm III. die erste Rübenzuckerfabrik ein. Im folgenden Jahrzehnt nahmen sich andere ein Beispiel daran und immer mehr Rübenzuckerfabriken wurden eröffnet. Schon 15 Jahre später wurde der Rübenzucker zur ernstzunehmenden Konkurrenz für den Rohrzucker. 1885 siegte schließlich die Rübe über das Rohr Durch diese neue Art der Gewinnung, fielen die Preise für den Zucker und er wurde zu einem immer häufiger verwendeten Nahrungsmittel. Da der Rübenzucker so preisgünstig war, brach der Zuckermarkt in der Karibik völlig zusammen, was die Sklaverei überflüssig werden ließ. Es folgte die Abschaffung des Sklavenhandels und die Befreiung der Sklaven. Mit freien Arbeitern, Maschinen und einem guten Management wurde der Produktionsprozeß wesentlich ökonomischer und der Zucker wurde fast so billig, wie andere energiereiche Nahrungsmittel.
Es wirft sich nun die Frage auf, was der Zucker der Welt gebracht hat: Zahnprobleme, Schäden am Verdauungssystem, psychisch bedingte Abhängigkeit, Verstopfung, Vitaminmangel und nicht zuletzt frustrierende Minuten vor dem Spiegel und doch denkt jeder gerne an seine Jugend zurück, in der er in den Laden ging und sagte: " Einmal Storck Riesen bitte, Frau Lang!" (E. Rave, N. Stephan, 1997)

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