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Die Geschichte des Klosters und Gutes EwigDie Anfänge Ewigs als menschliche
Heimstatt reichen datierbar bis ins 13. Jahrhundert und damit in die Vorklosterzeit. Wann genau in Ewig zuerst gesiedelt wurde, lässt sich bislang noch nicht genau bestimmen. Zumindest ein Fund deutet bei aller Vorsicht
darauf hin, dass sich dort mindestens schon im 12. Jahrhundert eine Niederlassung befand. Es handelt sich um Stücke eines
Kugeltopfes,
Siegburger Keramik mit dem typischen Wellenfuß, einer zugegebenermaßen allerdings sehr langlebigen Gefäßform.Auf dem Areal “Ewig”
sind nun die Herren von Ewig, die sich selbst “Ewich” schrieben, ab 1258 nachweisbar. Von Amts wegen gehörten sie zu den
Ministerialen des Erzbischofs von Köln. Ein Ritter Hecheard oder Eckhard wird sowohl 1258 als auch 1261 urkundlich erwähnt. Diese Zahlen fallen in die Zeit
des sogenannten Interregnums, als es im Reich drunter und drüber
ging. Weiter finden wir Adolf und Rudger von Ewig zwischen 1293 und 1300 in Schriftstücken. Im nächsten Jahrhundert folgen Adolf, Rudger, Vranko und Hunold von Ewig, wobei hier die Herkunft der Vornamen
Interesse finden könnte. Der Vorname Adolf scheint so etwas wie ein Stammname zu sein, wobei dieser Vorname im 12. und 13. Jahrhundert durchaus verbreitet war. Man denke nur an den
König Adolf von Nassau oder an den Kölner Erzbischof Adolf I. Erwähnt wird auch noch ein Alf von Ewig, der von 1381 bis 1387 das Amt eines
Gografen innehatte. Das Attendorner Gogericht hatte Anfang des 14. Jahrhunderts das Erzbistum Köln erworben. Ein solches Amt übte die volle Gerichtsbarkeit über die freien Landsassen aus, das heißt über die Bewohner des
platten Landes, die Nutzungsrecht aus grundherrlichem Besitz hatten. Die Herren von Ewig müssen, obwohl erzbischöfliche Lehensleute, nicht immer die Frömmsten gewesen sein, denn um 1393 wird ein Kirchenbann gegen
Gottfried und Heidenreich von Ewig vermeldet. Das Wappen bestand aus einem Querbalken mit zwei darüber nebeneinanderstehenden Mühleisen. Eine einschneidende Änderung seiner Besitzverhältnisse erfährt Ewig am 19.
08. 1420: Der letzte Herr des Gutes aus dem Hause Ewig, ein Mann namens Gottfried, verkaufte es zusammen mit einem Gut zu Berninkhausen bei Drolshagen und einem weiteren Gut (Flüggen oder Hupertz-Gut) bei
Oberveischede an den Probst der Regularkanoniker zu Neuß. Das Geschäft wurde vor dem Gografen Johann von Dusenschuren rechtlich vollzogen. (Kaufvertrag) Es geschah auf Veranlassung des Attendorner Kaufmanns Heinrich Weke, der somit als Stifter
des Klosters Ewig gelten kann. Als Kaufmann führte er auf den relativ unsicheren Straßen des Mittelalters ein gefährliches Leben. Wie es damals gang und gebe war, wollte Weke damit seine Dankbarkeit Gott gegenüber
bezeugen, dass dieser ihn immer sicher geleitet hatte. Zu dem Kloster kamen noch zwei Höfe aus “Lysternole” und eine Mühle ( jetzt Maiwormshammer) und 100 Taler Zinsen eines in Flandern angelegten Kapitals.
Gleichzeitig wurden alle möglichen Erbansprüche abgegolten, die eventuell das Gut treffen konnten. Ewig wurde nun Augustinerkloster. In Erinnerung an Jesus und seine zwölf Apostel wurde zuerst ein Prior
mit zwölf Mönchen dort eingesetzt. Erzbischof Dietrich II. von Köln bestätigte am 20. 12. 1420 die Stiftung. Im Laufe der Zeit kam das Kloster zu einem beträchtlichen Besitz:
Felder und Wiesen:
Ewiger Ohl mit der Ewiger Mühle
Mühlenkamp
Stesse
Wesmecke
Wiegerohl
Kallenböl
Wilmsstück
Tienbrink
Langestück
Beulken
Redestück
Auf dem Siepen
Unter der Lingert
Unterm Kreggenberge
Wietfeld
Lange Wiese
Matmeke
Stiegwiese
Hammerwiese
Kragwiese
Adam Wiese und Pleite Wiese
Berge:
Schattenaw
Lingert
Kreggenberg
Langenohl
Krag
Bausenberg
Birkeshart
Ringelsberg
Stadthagen
Hönerknap
Hausenike
Hohe Brake
Heitnacken
Lichten Eichen oder Schleggen
Ziegensiepen
Kaldenhagen
Silberge oder Rautersbeul
Folgende Besitztümer waren in Klosterbesitz und wurden verpachtet:
Listernohl
Albringhausen (Krämers und Claes Joans oder Joan Peter Gut)
Ackerschott
Bogen Gut zu Dünschede
das oberste und unterste Gut (Jopes und Balve) zu Beukenbeul
das Gütchen Busch zu Maumke
Flüggen oder Hupertzgut und Steinmetzgut zu Oberveischede
Fernholte
ein Gütchen in Grisemert
die Güter in Ostentrop (Eikhof, Kaysersgut, Kerckhof, Kremers
Kotten, Leibelen Hof, . Tonnismanns Gut und einen Kotten des Mintze oder Rabe)
ein Gut zu Lackmert
Beckers mit Sadalers Gütchen
und das Lentzen oder Scholmansgut in Berlinghausen
die beiden Güter in Merklinghausen (später Erlen)
den Möllenhof bei Valbert
die beiden Güter zu Siedenstein
das Gut zu Sellenrade
Roscheid
der Ülhof
das Gütchen zu Windebruch und
der Hof zu Weltringhausen
Zehntpflichtig: In Eichen: Josef Stuperich in Schmidt's Haus, Johann Lüttike, Johann Peter in Claeshaus, Peter Ring auf dem Uhlhof In Weschede: Kümhoff, Stumpf, Schulte, König oder Piepers Gut
Kaspar Langenohl vom Nierhof und Listerscheid aus seinem zu Womecker Zehnten gehörig gewesenen Gut Schütz auf der Papiermühle Sauer zu Weltringhausen. Neben diesem Grundbesitz besaß das Kloster verschiedene
Kapitalien im Wert von ca. 10.000 Talern. Es besaß eine Mahl- und Schneidemühle. Dazu kam dann noch eine ausgedehnte Jagd und die Fischerei-Gerechtigkeit (Angaben über den Besitz nach: Josef
Brunabend, Attendorn, Schnellenberg, Waldenburg und Ewig, Aschendorff, Münster 1958, S. 260 ff.) (wird fortgesetzt)
Das sind niedere Lehensleute.
Interregnum, Zeit zwischen 1254 (Tod Konrads IV.) und 1273 (Wahl Rudolfs I. von Habsburg)
Adolf
von Nassau, dt. König (Heiliges Römisches Deutscher Nation), * 1255 (wahrscheinlich), + 1298 in der Schlacht bei Göllheim; zur Überraschung 1192 gegen Rudolf von Habsburgs Sohn Albrecht gewählt, versuchte eine
starke Hausmacht aufzubauen, verliert gegen Albrecht bei Göllheim Schlacht und Leben
Erzbischof Adolf I., * 1166 (wahrscheinlich), + 1220, Kopf der Gegner Heinrichs VI.,
Parteigänger Ottos IV., 1205 gebannt und abgesetzt, verliert 1208 nach der Ermordung Philipps v. Schwaben endgültig sein Erzbistum |