Letzte Änderung: 22.08.2010

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Die Geschichte des Klosters und Gutes Ewig

Die Anfänge Ewigs als menschliche Heimstatt reichen datierbar bis ins 13. Jahrhundert und damit in die Vorklosterzeit. Wann genau in Ewig zuerst gesiedelt wurde, lässt sich bislang noch nicht genau bestimmen. Zumindest ein Fund deutet bei aller Vorsicht darauf hin, dass sich dort mindestens schon im 12. Jahrhundert  eine Niederlassung  befand. Es handelt sich um Stücke eines  Kugeltopfes, Siegburger Keramik mit dem typischen Wellenfuß, einer zugegebenermaßen allerdings sehr langlebigen Gefäßform.

Auf dem Areal “Ewig” sind nun die Herren von Ewig, die sich selbst “Ewich” schrieben, ab 1258 nachweisbar. Von Amts wegen gehörten sie zu den Ministerialen des Erzbischofs von Köln.
Ein Ritter Hecheard oder Eckhard wird sowohl 1258 als auch 1261 urkundlich erwähnt. Diese Zahlen fallen in die Zeit des sogenannten
Interregnums, als es im Reich drunter und drüber ging.
Weiter finden wir Adolf und Rudger von Ewig zwischen 1293 und 1300 in Schriftstücken. Im nächsten Jahrhundert  folgen Adolf, Rudger, Vranko und Hunold von Ewig, wobei hier die Herkunft der Vornamen Interesse finden könnte. Der Vorname Adolf scheint so etwas wie ein Stammname zu sein, wobei dieser Vorname im 12. und 13. Jahrhundert durchaus verbreitet war. Man denke nur an den
König Adolf  von Nassau oder an den Kölner Erzbischof Adolf I
Erwähnt wird auch noch ein Alf von Ewig, der von 1381 bis 1387 das Amt eines Gografen innehatte. Das Attendorner Gogericht hatte Anfang des 14. Jahrhunderts das Erzbistum Köln erworben. Ein solches Amt übte die volle Gerichtsbarkeit über die freien Landsassen aus, das heißt über die Bewohner des platten Landes, die Nutzungsrecht aus grundherrlichem Besitz hatten.
Die Herren von Ewig müssen, obwohl erzbischöfliche Lehensleute, nicht immer die Frömmsten gewesen sein, denn um 1393 wird ein Kirchenbann gegen Gottfried und Heidenreich von Ewig vermeldet.
Das Wappen bestand aus einem Querbalken mit zwei darüber nebeneinanderstehenden Mühleisen.
Eine einschneidende Änderung seiner Besitzverhältnisse erfährt Ewig am 19. 08. 1420:
Der letzte Herr des Gutes aus dem Hause Ewig, ein Mann namens Gottfried, verkaufte es zusammen mit einem Gut zu Berninkhausen bei Drolshagen und einem weiteren Gut (Flüggen oder Hupertz-Gut) bei Oberveischede an den Probst der Regularkanoniker zu Neuß. Das Geschäft wurde vor dem Gografen Johann von Dusenschuren rechtlich vollzogen.
(Kaufvertrag)
Es  geschah auf Veranlassung des Attendorner Kaufmanns Heinrich Weke, der somit als Stifter des Klosters Ewig gelten kann. Als Kaufmann führte er auf den relativ unsicheren Straßen des Mittelalters ein gefährliches Leben. Wie es damals gang und gebe war, wollte Weke damit seine Dankbarkeit Gott gegenüber bezeugen, dass dieser ihn immer sicher geleitet hatte. Zu dem Kloster kamen noch zwei Höfe aus “Lysternole” und eine Mühle ( jetzt Maiwormshammer) und 100 Taler Zinsen eines in Flandern angelegten Kapitals.  Gleichzeitig wurden alle möglichen Erbansprüche abgegolten, die eventuell das Gut treffen konnten.

Ewig wurde nun Augustinerkloster. In Erinnerung an Jesus und seine zwölf Apostel wurde zuerst ein Prior mit zwölf Mönchen dort eingesetzt. Erzbischof Dietrich II. von Köln bestätigte am 20. 12. 1420 die Stiftung.

Im Laufe der Zeit kam das Kloster zu einem beträchtlichen Besitz:

Felder und Wiesen:

  • Ewiger Ohl mit der Ewiger Mühle
  • Mühlenkamp
  • Stesse
  • Wesmecke
  • Wiegerohl
  • Kallenböl
  • Wilmsstück
  • Tienbrink
  • Langestück
  • Beulken
  • Redestück
  • Auf dem Siepen
  • Unter der Lingert
  • Unterm Kreggenberge
  • Wietfeld
  • Lange Wiese
  • Matmeke
  • Stiegwiese
  • Hammerwiese
  • Kragwiese
  • Adam Wiese und Pleite Wiese
  • Berge:
  • Schattenaw
  • Lingert
  • Kreggenberg
  • Langenohl
  • Krag
  • Bausenberg
  • Birkeshart
  • Ringelsberg
  • Stadthagen
  • Hönerknap
  • Hausenike
  • Hohe Brake
  • Heitnacken
  • Lichten Eichen oder Schleggen
  • Ziegensiepen
  • Kaldenhagen
  • Silberge oder Rautersbeul
  •  

    Folgende Besitztümer waren in Klosterbesitz und wurden verpachtet:

  • Listernohl
  • Albringhausen (Krämers und Claes Joans oder Joan Peter Gut)
  • Ackerschott
  • Bogen Gut zu Dünschede
  • das oberste und unterste Gut (Jopes und Balve) zu Beukenbeul
  • das Gütchen Busch zu Maumke
  • Flüggen oder Hupertzgut und Steinmetzgut zu Oberveischede
  • Fernholte
  • ein Gütchen in Grisemert
  • die Güter in Ostentrop (Eikhof, Kaysersgut, Kerckhof, Kremers Kotten, Leibelen Hof,              .   Tonnismanns Gut und einen Kotten des Mintze oder Rabe)
  • ein Gut zu Lackmert
  • Beckers mit Sadalers Gütchen
  • und das Lentzen oder Scholmansgut in Berlinghausen
  • die beiden Güter in Merklinghausen (später Erlen)
  • den Möllenhof bei Valbert
  • die beiden Güter zu Siedenstein
  • das Gut zu Sellenrade
  • Roscheid
  • der Ülhof
  • das Gütchen zu Windebruch und
  • der Hof zu Weltringhausen
  • Zehntpflichtig:

    In Eichen: Josef Stuperich in Schmidt's Haus, Johann Lüttike, Johann Peter in Claeshaus, Peter Ring auf dem Uhlhof
    In Weschede: Kümhoff, Stumpf, Schulte, König oder Piepers Gut

    Kaspar Langenohl vom Nierhof und Listerscheid aus seinem zu Womecker Zehnten gehörig gewesenen Gut
    Schütz auf der Papiermühle
    Sauer zu Weltringhausen.

    Neben diesem Grundbesitz besaß das Kloster verschiedene Kapitalien im Wert von ca. 10.000 Talern.
    Es besaß eine Mahl- und Schneidemühle.
    Dazu kam dann noch eine ausgedehnte Jagd und  die Fischerei-Gerechtigkeit

    (Angaben über den Besitz nach: Josef Brunabend, Attendorn, Schnellenberg, Waldenburg und Ewig, Aschendorff, Münster 1958, S. 260 ff.)

    (wird fortgesetzt)

    Das sind niedere Lehensleute.

    Interregnum, Zeit zwischen 1254 (Tod Konrads IV.) und 1273 (Wahl Rudolfs I. von Habsburg)

     Adolf von Nassau, dt. König (Heiliges Römisches Deutscher Nation), *  1255 (wahrscheinlich), + 1298 in der Schlacht bei Göllheim; zur Überraschung 1192 gegen Rudolf von Habsburgs Sohn Albrecht gewählt, versuchte eine starke Hausmacht aufzubauen, verliert gegen Albrecht bei Göllheim Schlacht und Leben

    Erzbischof Adolf I., *  1166 (wahrscheinlich), + 1220, Kopf der Gegner Heinrichs VI., Parteigänger Ottos IV., 1205 gebannt und abgesetzt, verliert 1208 nach der Ermordung Philipps v. Schwaben endgültig sein Erzbistum